Chronik
 
Tagebuch einer Polenfahrt
 
   

Am 21.07.2004 starteten wir, die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Pößneck,
zu unserer Partnerfeuerwehr nach Bytom Odrzanski, Polen.


Die Bytomer Feuerwehr begrüßte uns mit Sirenengeheul und einem bereitgestellten Imbiss. Es trafen sich alte und neue Bekannte und bei der anschließenden Besichtigung des Gerätehauses, stellten sie uns die Errungenschaften der letzten zwei Jahre, stolz vor. So wollen sie einen Jugendraum herrichten und ein zweites Auto erwerben, die Garage dafür ist schon fertig.

Janek, der Berufsfeuerwehrmann, Taucher und Ausbilder des Nachwuchses der Freiwilligen Bytomer Feuerwehr, stellte Mensch und Maschine anschaulich vor. Anschließend zeigte er uns seine Heimatstadt mittels Stadtrundgang. Bytom Odrzanznski, deutscher Name Beuthen, wurde 1280 mit dem Stadtrecht beliehen und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die auch im Stadtbild deutlich zu sehen ist.

Dann ging es in unsere, ca. 36 km von Bytom entfernte Unterkunft, nach Slawa. Hier bezogen wir, in einem Naherholungsgebiet, in schmucken Bungalows, unser Quartier.

Der zweite Tag begann mit gemeinsamem deutsch-polnischem Frühsport. Nach dem Frühstück verging der Vormittag mit einem örtlichen Pressetermin und einer kurzen Vorstellung von Janeks Taucherausrüstung, da in Bytom eine Wasserwacht entstehen soll. Dann ging es an einem nah gelegenen See, da das Wasser im Slawasee durch die Blaualgenblüte nicht zum Baden freigegeben war und somit das Baden nicht erlaubt wurde. Hier wurde die gebotene Möglichkeit zum Baden, Tretbootfahren und Volleyball spielen, sehr gern genutzt.

Nachmittags besuchten wir die Freiwillige Feuerwehr in Slawa. Auch hier macht sich der Mangel an den Finanziellen Möglichkeiten bemerkbar. So besitzt Slawa zwei Tanklöschfahrzeuge die ca. 30 – 40 Jahre alt sind und teilweise aus alten Armeebeständen stammen. So bekämpfen sie hier vorwiegend Wald- und Steppenbrände, da für technische Hilfeleistung keine technische Ausrüstung vorhanden ist. Abends saßen wir dann noch lange mit den Polnischen Jugendlichen beisammen. Unsere Dolmetscherin Katarina, zukünftige Deutschlehrerin in Bytom, hatte viel zu tun, aber ihren Spaß dabei.

Den Dritten Tag verbrachten wir in Nowa Sol, bei der Berufsfeuerwehr. Diese hat ca. 1200 Einsätze im Jahr,mit den Freiwilligen Wehren im Kreis zusammen, und ist stolzer Besitzer einiger moderner Technik. So besitzen sie eine „relativ neue“ Drehleiter, ca. 30 Jahre, einen ELW, einen Beleuchtungswagen, einen Lada Niva als Einsatzleitfahrzeug und einen Tanklöschfahrzeug neuester Technik, den sie aber aufgrund der Bürokratischen Unstimmigkeiten in der Polnischen Verwaltungsebene seit 3 Jahren zwar besitzen, aber nicht benutzen dürfen! Da Nowa Sol an der Oder liegt sind sie stolzer Besitzer zweier Motorboote. Mit einem dieser Boote machten sie dann mit uns eine Fahrt auf der Oder möglich.

Nachmittags sind wir dann doch an den Slawasee-Strand gegangen, da der für das Baden wieder freigegeben war. Es war eine Seerundfahrt über den ca. 10 km langen und 1,3 km breiten See und ein Schnupperkurs im Tauchen organisiert.
Der vierte Tag war dem Schoppen in Glogow vorbehalten. Hier gab es die Gelegenheit, die am ersten Tag eingetauschten Zloty, auszugeben.
Da das Wetter leider nicht so schön war wie die Tage zuvor, fiel nachmittags das Baden leider aus. Aber es wurde wieder mit Begeisterung Volleyball gespielt und die Sprachkenntnisse auf beiden Seiten erweitert.

Abends wurde dann ein Lagerfeuer entzündet, an dem wir „Würstchen am Stock“ aßen. Da es die letzte Nacht war, veranstalten die Polen eine sogenannte „grüne Nacht“. Hier spielen alle allen einen Streich. Dieses wurde auch lebhaft ausgenutzt. Es gab eine Wasser- und Zahnpastaschlacht. Nachts die Bungalows verriegelt und Handtücher und Bekleidung am Fahnenmast gehisst.

Am letzten, dem 5. Tag hatte es dann auch unsere Busse erwischt.

Langsam kam uns die Heimreise ins Bewusstsein und so wurden Telefonnummern und Adressen getauscht und Einladungen ausgesprochen. Zu unserer großen Überraschung wurden wir Jugendlichen, mit einer sehr hohen Auszeichnung, für polnische Jugendfeuerwehrleute geehrt. Damit hatten wir nicht gerechnet!

Dann hieß es Abschied nehmen, aber nicht für immer! Man sieht sich ja im nächsten Jahr wieder, bei uns in Pößneck!


Pressewart FF Pößneck
Mirella Wolf